Eröffnung der Sonderausstellung zur Geschichte des Nationalsozialismus

Sonntag, 26. Juni, 11 Uhr

 

Bereits 1928 war Adolf Hitler auf Werbetour in Itzehoe und traf dort auf eine treue Anhängerschaft, die maßgeblich am Erstarken der NSDAP im Kreis beteiligt war. Paul Schneider, Inhaber der Mühlenfabrik „Heckenmüller“, hatte schon 1925 eine NSDAP-Ortsgruppe in der Störstadt gegründet und war im „Dritten Reich“ eine der führenden Persönlichkeiten in Itzehoe. Hochrangige Repräsentanten des NS-Staates wie der schleswig-holsteinische Gauleiter und „Reichskommissar für das Ostland“ Hinrich Lohse und Kuno Friedrich Callsen, einer der Verantwortlichen für das Massaker von Babyn Jar, stammten aus dem Kreis Steinburg. Als wichtiges Propagandamittel der NSDAP diente die „Schleswig-Holsteinische Tageszeitung“, die 1929 in Itzehoe als erste nationalsozialistische Tageszeitung in der Weimarer Republik gegründet worden war und bis 1945 existierte.

In einem zweijährigen Forschungsprojekt wurde am Kreismuseum Prinzeßhof umfangreiches Quellen- und Bildmaterial zur NS-Zeit in Itzehoe und im Kreis Steinburg ausgewertet. Die Ergebnisse werden in einer Sonderausstellung gezeigt, die einen Einblick in den Alltag des „Dritten Reichs“ und des Zweiten Weltkriegs gibt. Anhand ausgesuchter Biographien werden Opfer sowie Täter vorgestellt und deren Werdegänge aufgezeigt. Originales Film- und Bildmaterial sowie Objekte der Zeit dokumentieren, wie allgegenwärtig die nationalsozialistische Propaganda war.

Zu der Ausstellung erscheint eine Publikation mit 296 Seiten, die im Kreismuseum und im Buchhandel für 18,90 € ab dem 26. Juni 2022 erhältlich ist.

Die Ausstellung wird am 26. Juni 2022 um 11 Uhr im Kreistagssaal in der Viktoriastr. 16-18 in Itzehoe eröffnet. Voranmeldung ist erforderlich unter Tel- 04821-64068 oder prinzesshof@steinburg.de

Energetische Optimierung des historischen Prinzeßhofs gefördert mit EU-Mitteln

Das Kreismuseum Prinzeßhof erfährt derzeit eine energetische Sanierung. Die Umbauten werden gefördert aus dem Landesprogramm Wirtschaft mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Besuchen Sie unsere neue Webseite zur Steinburger Geschichte

Gräber der Bronzezeit, Zuckerhüte und Kaiser Wilhelm I. haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam. Doch auf der neuen Webseite zur Steinburger Geschichte sind sie alle versammelt: www.steinburger-geschichte.de. Rund 3.000 Jahre Geschichte, Kultur, Wirtschaft und Politik hat das Kreismuseum Prinzeßhof zusammengetragen, um sie einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Auslöser waren die Coronapandemie und die längere Sanierung unseres Museums, wodurch das Haus geschlossen bleiben musste“, sagt Museumsleiterin Miriam Hoffmann. „Wir wollten den Bürger*innen und vor allem den Schüler*innen zukünftig die Möglichkeit einer digitalen Dauerausstellung bieten.“

Mithilfe des Landes Schleswig-Holstein und der Förderstiftung des Kreises Steinburg, die eine umfangreiche Förderung in Höhe von 150.000 € zur Verfügung stellten, konnte der Freundeskreis des Museums das Projekt realisieren. Über ein Jahr waren ein Team von Dataport AöR, die Kieler Agentur Regional Digital und das Museumsteam mit der Umsetzung beschäftigt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Zahlreiche Texte und Fotos, Kurzfilme, 3 D-Scans und Hörtexte laden zum Verweilen ein. Schulen wird Unterrichtsmaterial angeboten und ein Quiz prüft das eigene Wissen ab. Einzigartig ist sicherlich, dass auch viele Texte ins Niederdeutsche übertragen worden sind.

Abgeschlossen ist das Projekt jedoch nicht. „Die Webseite soll der Ausgangspunkt zur weiteren Erforschung der Kreisgeschichte sein. Wir laden alle Interessierten und Schulen daher zur Mitarbeit in Arbeitsgemeinschaften ein“, sagt die Museumsleiterin. Am 17.5.2022 um 16 Uhr gibt es ein erstes Treffen für Erwachsene und am 19.5.2022 um 16 Uhr sind Kinder und Jugendliche eingeladen. Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Anmeldung per Mail (vierkant@steinburg.de) oder unter Tel. 04821-64068.

Sanierungsarbeiten im Kreismuseum Prinzeßhof

Schließung voraussichtlich bis Ende Juni 2022

Aufgrund von Sanierungsarbeiten muss das Kreismuseum Prinzeßhof bis zum 25.6.2022 geschlossen bleiben.  

Kurzfilm zur Keramikmanufaktur Kupfermühle in Hohenlockstedt (KMK)

Die Keramikmanufaktur Kupfermühle (KMK) in Hohenlockstedt existierte von 1948 bis 1998. Sie gehörte zu den produktivsten Manufakturen in der BRD und stellte Service, Küchenserien und Geschenkartikel her. In einem Kurzfilm erinnert das Kreismuseum Prinzeßhof an die KMK und seine Produkte.

Das Kreismuseum Prinzeßhof baut derzeit eine Sammlung zur KMK auf. Haben Sie interessante Keramiken, die Sie dem Museum spenden oder veräußern möchten? Oder haben Sie oder ein Familienmitglied bei der KMK gearbeitet? Wir suchen nach Fotografien, Dokumenten und Ihren Erinnerungen. Wir planen in naher Zukunft, eine Sonderausstellung (mit Begleitpublikation) zu zeigen. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf: Dr. Miriam J. Hoffmann, Tel. 04821-64068 oder m.hoffmann@steinburg.de

Wenn Sie nicht ins Kreismuseum kommen können, dann kommt das Museum zu Ihnen!

Der historische Dachstuhl des Prinzeßhofs

Das Kreismuseum Prinzeßhof befindet sich im ältesten Profangebäude der Stadt, dessen Grundsteine bis in das Mittelalter reichen. Als Itzehoe im Jahr 1657 im Zuge kriegerischer Auseinandersetzungen fast komplett niederbrannte, blieb das zum Kloster gehörende Gebäude außerhalb der Altstadt verschont. Die Liste der Bewohnerinnen und Bewohner im Prinzeßhof ist lang: Klosterverwalter, Amtsmänner des Kreises, Adelige und zuletzt die Äbtissinen des Itzehoer Klosters lebten in dem prachtvollen Gebäude.

Nach dem Tod der letzten Äbtissin (Marie von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glückstadt, 1894-1941) zog die Kreisbauernbehörde in das Haus ein. 1958 ging der Prinzeßhof in städtischen Besitz über. In den 1980er erfolgten umfassende Sanierungen, und 1988 wurde das Kreismuseum unter der Trägerschaft des Kreises Steinburg eröffnet.

Der alte Dachboden ist zweistöckig und berherbergte einst die Dienstbotenkammern. Wenige Spuren dieser Bewohner lassen sich noch finden, z.B. in Form von Tapetenresten. Der Dachboden ist für Besucherinnen und Besucher nicht zugänglich. Heute befinden sich hier die Heizungs- und Lüftungsanlage, die im Zuge der derzeitigen Sanierungen erneuert werden.

Werfen Sie mit uns einen Blick hinter die Kulissen und entdecken Sie den historischen Dachstuhl!

 

3D-Scan vom Biedermeierzimmer

Tauchen Sie mit uns ein in die Welt des Biedermeier!

 Aufgrund der sanierungs- und gesundheitsbedingten Schließung des Kreismuseums Prinzeßhof haben wir gemeinsam mit "Dataport" einen 3D-Scan von drei unserer Museumsräume vorgenommen. In den nächsten Wochen publizieren wir die weiteren Scans.

Heute stellen wir das Biedermeierzimmer aus unserer Dauerausstellung vor. Die Zeit des Biedermeier war von 1815 bis 1848. Sie war geprägt durch einen Rückzug des Bürgertums in das private Umfeld, da ihnen eine politische Mitbestimmung verwehrt geblieben war. Das bürgerliche Wohnzimmer ist daher der Ausdruck des gemütlichen Biedermeiers schlechthin: schlichte, elegante Möbel, kostbares Porzellan, Stickereien, Freundschaftsbriefe mit Haarlocken und aufwendige Gläser zierten das Heim. Genau in dieser Zeit lebte Juliane zu Hessen Kassel (1773-1860) im Prinzeßhof, der der Sitz der Äbtissin des Itzehoer Klosters war. Entdecken Sie die Welt des 19. Jahrhunderts!

 

Hier gelangen Sie zu dem 3D-Scan:

https://my.matterport.com/show/?m=NAVwV2BFPMG